Musik

Arbeiter, Partisanen, Antifa: Das steckt hinter dem Sommerhit "Bella Ciao"

Nachdem im vergangenen Jahr die ganze Welt zu "Despacito" tanzte, hat auch der heiße Sommer des Jahres 2018 seinen großen Song. Das Marktforschungsinstitut "GfK Entertainment" bestimmte die Remix-Version "Bella Ciao" des französischen DJs HUGEL zum offiziellen Sommerhit. Und der hat es in sich: Nicht nur liefert er eine eingängige House-Hymne für alle Hedonisten, sondern bietet ausnahmsweise auch einen wichtigen politischen und historischen Hintergrund abseits von Liebe, Party und Co.

"Bella Ciao" blickt als altes italienisches Arbeiter- und Partisanenlied auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Stück von den Reispflückerinnen nahe Bologna gesungen, die unter schwersten Arbeitsbedingungen zu leiden hatten. Das Lied drückte ihren Protest gegen die autoritären Chefs und die Hoffnung auf baldige Befreiung aus.

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Seine größte Strahlkraft erreichte der Song während des Zweiten Weltkriegs, als er den kommunistischen Widerstandskämpfern der Resistenza gegen Hitler und Mussolini als Hymne diente. Besungen wird in diesen Versionen von "Bella Ciao" der Kampf gegen den Faschismus und die Liebe zur Freiheit. Mit Zeilen wie "Partisanen, kommt, nehmt mich mit euch. Denn ich spüre, der Tod ist nah" und "Dies ist die Blume des Partisanen, der für die Freiheit starb", wird der Tausenden ermordeten Antifaschisten jener Zeit gedacht.

Sein Comeback inmitten der Kulturindustrie feierte das Lied, das auch über Italien hinaus in der Linken seit jeher große Popularität besitzt, nun durch die spanische Netflix-Serie "Haus des Geldes". Das Krimi-Drama handelt vom gigantischen Überfall auf die Notenbank in Madrid, ausgeklügelt vom Hauptcharakter "El Profesor", der sich als eine Art moderner Robin Hood betrachtet. Die von ihm geleitete Gangster-Gruppe singt das Lied "Bella Ciao" während ihrer Besetzung der Bank. "Haus des Geldes" gilt als erfolgreichstes nicht-englischsprachige Netflix-Format.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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